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Title:Doslej spregledana estetika Veita Stossa : Križani iz Dramelj
Authors:ID Jenko, Mojca (Author)
Files:.pdf PDF - Presentation file, download (1,33 MB)
MD5: C86748028738A31E1A5F3C7D8CF63645
 
Language:Slovenian
Typology:1.01 - Original Scientific Article
Organization:Logo SUZD - Slovenian Association of Art Historians
Keywords:16.st.
Geographic coverage:Bavarska (Nemčija);
Publication status:Published
Publication version:Version of Record
Submitted for review:18.06.2024
Article acceptance date:29.08.2025
Publication date:30.12.2025
Year of publishing:2024 - 2025
Number of pages:str. 73-101, 256, [3] str. pril.
Numbering:60/61
PID:20.500.12556/DiRROS-32047 New window
UDC:730.071
ISSN on article:0351-224X
COBISS.SI-ID:274926851 New window
Publication date in DiRROS:25.08.2026
Views:14
Downloads:12
Metadata:XML DC-XML DC-RDF
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Title:Zbornik za umetnostno zgodovino
Shortened title:Zb. umet. zgod.
Publisher:Slovensko umetnostnozgodovinsko društvo
ISSN:0351-224X
COBISS.SI-ID:32546 New window

Secondary language

Language:German
Title:Die bisher unbeachtete Ästhetik des Veit Stoss
Abstract:Die mittelalterliche Sammlung der Narodna galerija in Ljubljana beinhaltet einige bemerkenswerte und wertvolle Kunstobjekte, die nicht nur in den slowenischen oder den weiten Alpenraum, sondern auch in die hochqualitätsvolle Produktion des mitteleuropäischen Raums gehören. Das bisher unbemerkte Kruzifix aus Dramlje (Inv. Nr. NG P 69) zählt unmissverständlich auch darunter. Im Saal 1 der Narodna galerija wird ein Corpus Christi aus Holz, von größeren Dimensionen (176 : 210 : 30 cm) präsentiert, es wirkt ziemlich expressiv, da das Holz mit wenigen erhaltenen Fragmenten der Polichromation durch mangelhaften Gebrauch in der Vergangenheit stark ausgelaugt worden ist. Das Kunstobjekt ist seit 1946/1947 im Kunstfundus der Narodna galerija vorhanden, als es vom Nationalmuseum als Teil seiner Kunstsammlung abgegeben worden ist. Darunter war auch das »Krucifix 16. Jh.« mit der Inventarnummer NM 14268. Beim minutiösen Beobachten des Objekts sieht man bald unzählige kleine Details die die Expressionskraft eindämmen und den Beobachter zum Bewundern der Friedlichkeit, die der Körper Christi in seinen letzten Atemzügen darstellt. Vorausgesetzt, dass wir die Schäden der Zeit an der Holzplastik ausblenden, sehen wir einen gut gebauten Männerkörper, nahezu ein Akt, da nur ein engumliegendes Lendentuch die Körpermitte verhüllt. Der Körper ist ausgestreckt, die Knie sind gerade; das rechte Bein ist auf das linke Bein zugenagelt; die Arme sind nahezu waagerecht ausgestreckt; am gut gebautem Brustteil sieht man den Rippenbogen und die Körpermitte ist sichtlich enger; das Haupt ist kleiner und hängt nach rechts und leicht nach vorne, an die rechte Schulter fallen in Strenen Lockenhaare. Die deutlichen Gesichtszüge sind fein und detailliert modelliert, die Augen sind fast zu und der Mund ist etwas geö;net. Der Schnitzer hat große Bedeutung nicht nur dem Haar, sondern auch dem Bart und dem Schnurrbart gewidmet; der letztere ist an der Oberlippe nicht vorhanden. Jedoch fragmentär erhalten blieb die zerbrechliche Dornenkrone. Die gesamte Körperfläche wirkt sehr realistisch, da man unter der Haut das Skelett, die Muskeln, die Sehnen und die Adern spüren kann; an der Fläche hat der Künstler auch an den Falten sorgfältig gearbeitet z. B. um die Augen, an der Stiern, am Hals, an der linken Hand, um die Knie und über der rechten Ferse. Der Schnitzmeister beherrschte sein Gewerk wirklich beachtlich; er ahmte den menschlichen Körper exakt nach und schuf gleichzeitig die nötige Stilisierung um im Kanon der Zeit zu bleiben und die Schönheit des Körpers des Sohns Gottes künstlerisch in ein Schnitzkunstwerk virtuos zu verwandeln. Das Kruzifix aus Dramlje vom Anfang des 16. Jh., wurde von Emilijan Cevc, Vesna Velkovrh Bukilica und Andrej Smrekar professionell bearbeitet. Die ersten meinten, es geht um die Arbeit eines heimischen, aus Krain stammenden Künstler; der letztere setzt zur Kenntnis, dass es sich doch wahrscheinlich um einen süddeutschen Import handeln könne und sich der Meinung von Velkovrh Bukilica, dass das Werk um das Jahr 1515 entstanden sei, anschließt. Die letzte Richtlinie scheint gelegen zu sein. Beim Überblick der großen Kruzifixe in Bayern wird man auf eine Reihe von Kruzifixen großer Dimensionen aufmerksam, das Werk des berühmten deutschen Bildhauer Veit Stoss (Horb am Neckar, 1477 – Nürnberg, 1533). Der Meister hat für Kirchen und Kapellen in Nürnberg mehrere Kruzifixe gemacht; annähernd identische Werke diesen Meister kennen wir bereits aus Krakau (Marienkirche) und seiner Umgebung (Iwanowice) oder auch aus Florenz (Ognissanti). Die Werke sind von 147 bis 207<cm hoch und haben eine Breite von 154 bis 199<cm. Sie sind alle ausgestreckt, mit nahezu waagrechten und ausgestreckten Armen, allen hängt das Haupt rechts so wie auch ausnahmslos die Strenen von Lockenhaaren. Die Haut deckt die Muskeln, Sehnen und Adern ab, sie versteckt das Skelett nicht. In allen Fällen ist das rechte Bein auf den linken zugenagelt; die Gesichtszüge sind allmählich identisch; die sorgfältig erarbeitete Bärte und Schnurrbärte sind alle nach dem gleichen Muster gemacht worden. Heutzutage sind die Dornenkronen verschieden so formenmäßig als auch nach ihrem Erhaltungstand. Der Schnitzer lies seiner Fantasie nur beim Scha;en der Lendentücher freien Lauf, da war er dem Kanon der Zeit nicht verpflichtet und konnte den zeitgenössischen Moderichtlinien folgen: in einigen Fällen war er engumhüllt (vielleicht auch, weil fein bearbeitete, herausragende Teile mit der Zeit abgebrochen sind) in anderen Fällen war er üppiger sowohl bei der Menge des Sto;s als auch bei den mehreren kunstvollen Knoten und den weit in den Raum ragenden plastischen Schlüssen. Die Künstlerhandschrift von Veit Stoss ist anhand der oben aufgezählten Charakteristiken beim Kruzifix aus Dramlje auch unmissverständlich vorhanden. Unser Kunstwerk ähnelt formenmäßig am meisten mit den Kruzifixen aus dem Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg (1505–1510) und mit dem in der Laurenzkirche ebenda (1516&1520), das Lendentuch ist hingegen identisch mit dem miniaturen Schnitzkruzifix aus dem Getty Museum in Los Angeles (1510–1515). Bisher gibt es keine Zeugnisse, wie dieses Kunstwerk von Veit Stoss auf slowenischen Boden gekommen sei. Man weiß nur, dass es in späten 20. Jahren des 20. Jh, seitens einen Kunsthändler an das Narodni muzej in Ljubljana verkauft wurde; der sagte, dass das Corpus in Dramlje bei Celje gefunden worden sei.


Collection

This document is a part of these collections:
  1. Zbornik za umetnostno zgodovino

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